In der vergangenen Woche hat sich explizit.net vor allem mit der Lage im Iran und in Ägypten beschäftigt. Daneben wurden die Querelen im österreichischen ORF genauso thematisiert, wie die Schließung von Kirchen und die Zukunft der Priesterausbildung in Deutschland. Rechtsextreme Burschenschaften zogen in Wien durch einen Ball am Befreiungstag Auschwitz' die Aufmerksamkeit auf sich.
Wer war Jesus von Nazareth, ein Prophet, ein Wunderheiler, ein kluger Lehrer? Davon gab und gibt es bis heute viele. Gerhard Lohfink, von 1973 bis 1986 Professor für neutestamentliche Exegese an der Universität Tübingen, geht in seiner jüngsten Publikation der Frage nach, was das Einmalige des Jesus von Nazareth ausmacht, er fragt nach dem Mehr, nach dem Selbstbewusstsein Jesu, nach seinem Anspruch, mit dem er auftrat und nach dem, was er wirklich wollte. In einer von wissenschaftlichem Interesse geprägten Welt müssen sich auch die Religionen diesen berechtigten historischen Nachfragen stellen. Die historisch-kritische Exegese hat im 20. Jahrhundert wesentlich zum Verständnis des Alten und Neuen Testaments beigetragen. Sie hat allerdings die biblische Lektüre auch erschwert durch die scheinbar absolut geltende Frage: Ist das denn alles tatsächlich so gewesen oder ist das „nur“ Deutung?
Die Botschaft von Papst Benedikt XVI. zum 46. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel ist in dieser Woche – traditionell am Fest des Heiligen Franz von Sales, dem Patron der Journalisten – vom Vatikan herausgegeben worden. In den Medien fand die Botschaft bereits Beachtung, auch wenn die deutsche Kirche den Welttag eigentlich erst am 9. September begeht. Der Papst beleuchtet den menschlichen Kommunikationsprozess genauer. Er schätzt das Internet als Medium nicht sehr och ein, fordert aber andererseits vom Nutzer einiges, vielleicht zu viel. ab und überfordert andererseits seine Nutzer.
Auf den Tag genau 67 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wird in Wien der „Wiener Korporations Ring“ (WKR) morgen seinen alljährlichen Ball abhalten. Der WKR ist die Dachorganisation der schlagenden, rechtsextremen Burschenschaften, deren Gros an Mitgliedern ein Geschichtsbild hat, das man gelinde als „revisionistisch“ bezeichnen kann. Die Burschenschaften waren immer schon das Sammelbecken für die überzeugtesten “Deutschnationalen“. Dass aber die Burschenschaften an diesem Tag in der Hofburg das Tanzbein schwingen können, ist eine Schande für die Republik.
Die Europäische Union hat sich entschieden, die Sanktionen gegen Iran zu verschärfen. Da dies ein Prozess ist, der ein halbes Jahr braucht, um voll wirksam zu werden, und Amerika diesen Kurs mit fährt, tickt eine Kriegsuhr. Das Teheraner Regime antwortete, in dem Fall die Hormusmeerenge zu schließen. Das wäre die rote Linie, vor der Präsident Barack Obama jüngst Irans Islamisten gewarnt hat.
Ein Jahr nach der Tahrir-Revolution leben Christen zwischen Bangen und Hoffnung am Nil
Fanatische Muslime und eine diktatorische Militärführung werden sich in der nächsten Zeit in Ägypten gegenseitig kontrollieren und um die Macht ringen. Dazwischen stehen liberale Kräfte und auch die Christen. „Es wird wohl ähnlich wie in Pakistan aussehen“, schätzt Sara Azer, eine der Aktivistinnen der Arabellion am Nil, Mitbegründerin der Hilfsorganisation „Mit Jedem teilen“. Sie zählt zu den evangelischen Kopten, von denen rund 300.000 im Land leben. „Die Wahlen spiegeln überhaupt nicht die Gesellschaft wider“, sagt die 25-Jährige überzeugt und blickt dabei sehr ernst durch ihre modische eckige Brille. Aber der Glaube an die Revolution sei noch immer lebendig, betont die junge Software-Ingenieurin.
Schließung, Abriss und Umnutzung - die Gemeindefusionen in den deutschen Bistümern fordern ihren Tribut. Wo von administrativer Seite mit wirtschaftlicher Notwendigkeit argumentiert wird, reagieren viele Gemeindemitglieder mit Frust, Angst und Enttäuschung. Das ist verständlich, geht doch mit der Schließung einer Kirche für viele auch immer ein Stück Heimat verloren. Im noch jungen Ruhrbistum Essen werden aufgrund der wirtschaftlichen und demographischen Sondersituation in der einstigen Bergbauregion besonders viele Kirchen aufgegeben, auch wenn es nun weniger als geplant sein sollen, wie Bischof Franz-Josef Overbeck am Wochenende verkündete. Lesen Sie vor der Buchveröffentlichung exklusiv bei explizit.net Auszüge aus einer neuen Publikation und diskutieren Sie mit!
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