Ein klarer Fokus lag bei explizit.net in dieser Woche auf den Wahlen in Nordrhein-Westfalen und ihren landes- und bundespolitischen Auswirkungen. Daneben haben wir uns mit religiöser Erziehung in der Familie, der Lage deutscher Einwanderer in der Schweiz, der modernen niederländischen Gesellschaft und der Frage des Urheberrechts im Internet beschäftigt.
Politiker sind mittlerweile sich selbstgenerierende Parlamentssesselbesitzer geworden, die Wahlen planen und Werbefirmen horrende Summen zahlen, damit die dafür sorgen, dass sie als Sesselhüter wieder Platz nehmen können. Die Prognosen, die Empiriker ausarbeiten, treffen fast punktgenau zu. Der Verdacht liegt nahe, dass der Wähler wählt wie er Nutella kauft, weil die Werbung gut gemacht war. Man gewinnt den Eindruck, dass Wahlen einfach überflüssig werden. Die Meinungsforschungsinstitute wissen es doch sowieso vorher.
In den Himmel schauen wir in den meisten Kirchen, denn ob Kuppel oder Gewölbe, sie symbolisieren den Himmel. Liturgie heißt, auf Erden an der himmlischen Liturgie teilnehmen. Dort haben wir einen Fürsprecher. Von ihm heißt es im Hebräerbrief:
„Katholikentage sind nicht mehr das, was sie mal waren.“ Mit diesem Statement hat der Kölner Kardinal Joachim Meisner am vergangenen Mittwoch, pünktlich zum Auftakt des Katholikentages in Mannheim, von sich Reden gemacht. Im gleichen Atemzug hat er bemängelt, dass der Veranstaltung „die katholische Mitte“ fehle, „bei der man die Verbundenheit und Einheit von Papst, Bischof, Priestern und dem Volk Gottes spürt“. Meisner selbst besucht den Katholikentag in Mannheim nicht.
„Die Ökonomie von Gut und Böse“, erschienen 2012 bei Hanser, ist ein Buch, das man, hat man erst einmal angefangen, darin zu lesen, nicht leicht wieder aus der Hand legt. Mit dem Charme und der Phantasie des Geschichtenerzählers lässt der junge tschechische Ökonom Tomáš Sedlácek ein wirtschaftshistorisches Panorama entstehen, das von Gilgamesch und den antiken Epen bis zur jüngsten Bankenkrise reicht. Um das Wichtigste gleich vorwegzunehmen: Das Hauptverdienst von Sedláceks Buch besteht darin, dass hier ein für allemal mit dem Mythos und der Selbsttäuschung der neoliberalen Ökonomen aufgeräumt wird, bei ihrer Tätigkeit handle es sich um eine exakte Wissenschaft. Allein die Tatsache, dass die klassische Volkswirtschaft Normen für korrektes wirtschaftliches Verhalten aufstellt, anstatt beschreibend zu erfassen, wie tatsächlich gewirtschaftet wird, sollte ausreichen, um Zweifel an ihrem „exakten“, d.h. deskriptiven Charakter aufkommen zu lassen.
Schließung, Abriss und Umnutzung - die Gemeindefusionen in den deutschen Bistümern fordern ihren Tribut. Wo von administrativer Seite mit wirtschaftlicher Notwendigkeit argumentiert wird, reagieren viele Gemeindemitglieder mit Frust, Angst und Enttäuschung. Das ist verständlich, geht doch mit der Schließung einer Kirche für viele auch immer ein Stück Heimat verloren. Im noch jungen Ruhrbistum Essen werden aufgrund der wirtschaftlichen und demographischen Sondersituation in der einstigen Bergbauregion besonders viele Kirchen aufgegeben, auch wenn es nun weniger als geplant sein sollen, wie Bischof Franz-Josef Overbeck am Wochenende verkündete. Lesen Sie vor der Buchveröffentlichung exklusiv bei explizit.net Auszüge aus einer neuen Publikation und diskutieren Sie mit!
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