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Serotonin als zentraler Faktor für Burnout- 02.12.2011

Burnout
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Burnout entsteht im Kopf. Es führt bei lang andauernden Schlafstörungen und beruflicher Überbeanspruchung am Ende zu Cortisolmangel, das den körperlichen Zusammenbruch erklärt. Vorher passiert aber schon vieles in den Nervenzellen. Hier spielen Neurotransmitter, körpereigene Substanzen, die die Signale zwischen den Nervenzellen und von den Nerven zu den Organen weiterleiten, eine entscheidende Rolle. Vieles ist hier noch nicht erforscht. Seit vielen Jahren ist jedoch bekannt, dass der Neurotransmitter Serotonin eine zentrale Rolle spielt. Bei Burnout fällt nicht nur das Cortisol ab, sondern stärker noch das Serotonin. Die Gründe sind vielfältig.

Falsche Ernährung, die zu wenig Tryptophan enthält, aus dem Serotonin gebildet wird. Cortisol, das in den Anfängen der Burnoutgefährdung stärker gebildet wird, hemmt die Serotoninbildung. Weiter wird durch die Überbeanspruchung und den Schlafmangel zu viel Serotonin verbraucht und zu wenig gebildet.  Es ist also zuerst Serotoninmangel, der die Abwärtsspirale des Burnouts in Gang setzt. Wenn das Gehirn im Gefolge davon nicht mehr den Impuls zur Cortisolbildung an die Nebennierenrinde schickt, wird der Betroffene entscheidungs- und arbeitsunfähig.

Serotonin hat eine Sonderstellung unter den Signalstoffen des Nervensystems. Es wirkt schlaffördernd, motivierend und anti-depressiv, es wird deshalb auch als Glückshormon bezeichnet. Serotoninmangel mindert die Konzentrationsfähigkeit, die Gedächtnisleistung verschlechtert sich, das Suchtrisiko wird größer. Serotonin ist außerdem die Vorstufe zur Bildung von Melatonin. Wenn es fehlt, wird zu wenig von dem Einschlafhormon gebildet.

Die Zunahme von Depressionen, die immer wieder konstatiert wird, hat also zwei Ursachen.

  1. Die durch Cortisolmangel verstärkt auftretenden  Entzündungen „fressen“ Serotonin.
  2. Serotonin  wird bei Stress und zu wenig Schlaf nicht genügend gebildet.

Den Serotoninspiegel kann man über eine Urinprobe problemlos messen. Es wird der „Zweite Urin“ untersucht, der also nicht die Abfälle der Nacht abtransportiert. 

Für den Anschub der Serotoninproduktion kann man etwas tun:

Man kann Nahrungsmittel zu sich nehmen, die die Aminosäure Tryptophan enthalten, aus der Serotonin gebildet wird. Das sind Milchprodukte, Nüsse, Bananen und auch Fleisch. Da Neurotransmitter schon bei einfachen Tieren für das Nervensystem unentbehrlich sind, bildet der Körper Serotonin in nur zwei Stufen aus der Aminosäure Tryptophan. Die Zwischenstufe von Serotonin ist 5-Hydroxy-Tryptophan. Dies ist ein einfaches Nahrungsergänzungsmittel, das man problemlos zu sich nehmen kann. Da Bewegung Tryptophan in das Gehirn transportiert, sollte man sich am Abend bewegen und sich danach auf den Schlaf vorbereiten.

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Dr. Eckhard Bieger SJ

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