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Beruf & Studium

Berufsperspektiven im Web 2.0: Social Media Manager - 19.07.2012

Berufsperspektiven im Web 2.0: Social Media Manager
© Kaarsten - Fotolia.com

Früher waren die Medien deutlicher abgegrenzt in Buch und Zeitung, Roman und Kino, in Vortrag und Fachartikel. Das Internet rückt diese Medien näher aneinander heran. Man kann den Vortrag lesen, der Veranstalter kann ihn auch mit Video aufzeichnen und dann ins Netz stellen. Den Film wie den Roman, der dem Film als Vorlage diente, kann man sich über das Internet bestellen und parallel nutzen. Die nächste Entwicklung, das Web 2.0 oder die Social Media, bauen um einen Film, eine Akademie, die den Vortrag online gestellt hat, die Gruppe auf, die sich auf einen Autor oder einen Film bildet.  Social Media sind sozusagen Gesprächskreise um Themen, Orte, Institutionen, Verbände. Das hat Konsequenzen, die nicht unbedingt von Nachteil sein müssen. Ein Beitrag in der Medienreihe auf explizit.net.

Tod oder Funktionswandel der Fachzeitschriften

Über eine Community können Fachleute und Interessenten viel einfacher Kontakt halten als mit dem Telefon oder einem Druckerzeugnis. Sie können sich über eine Community einfacher als durch einen Newsletter auf Tagungen und Veröffentlichungen aufmerksam machen. Das ist das Positive. Bis jetzt dienen Zeitschriften dem Austausch. Diese veröffentlichen nicht nur Artikel, sondern weisen auf Buchtitel hin und bringen Nachrichten. Die Zeitschrift dient dem Zusammenhalt einer Gruppe, die sich einem bestimmten Thema verschrieben hat. Diese Funktion wird sich ändern, denn die Mitglieder einer Community müssen nicht mehr auf das Eintreffen der Zeitschrift warten, sondern erhalten zeitnah Mitteilungen über Neues. Bisher war die Zeitschrift das Kommunikationsmittel, das eine Gruppe zusammen und beim Thema hielt. Ihr Profil muss neu bestimmt werden. Wahrscheinlich wird die Qualität der Beiträge das Überleben sichern. Weiter muss sich eine Zeitschrift in das Social Web einbetten. Sie wird an die Community Funktionen abgeben, zugleich aber gewinnen, weil die Leser zu einzelnen Beiträgen Kommentare ins Netz stellen können. Wenn sie die „Spinne im Netz“ bleibt, wird sie überleben.

Vernetzung von Bildungseinrichtungen und Seelsorgszentren

Auch Bildungseinrichtungen, Seelsorgszentren, vor allem wenn sie jüngere Zielgruppen erreichen wollen, müssen sich auf ein Kommunikationsverhalten einstellen, dass nicht mehr mit dem persönlichen Kontakt, dem Flyer oder einem Hinweis in der Lokalzeitung beginnt, sondern mit einem Link, den jemand für seine Freunde bei Facebook oder einer anderen Community einstellt. Nicht nur Verlage mit ihren Fachzeitschriften müssen in das Social Web aufbrechen, sondern auch die Institutionen, in denen Geisteswissenschaftler arbeiten. Diese müssen für diese neue Kommunikation qualifizieren.

Perspektiven für Geisteswissenschaftler

Geisteswissenschaften haben Medien als Basis. Wenn das Internet die verschiedenen Medien vernetzt und zugleich Gruppen bildet, dann verlieren erst einmal Einrichtungen, z.B. Jugendzentren, Akademien aber auch die Treffpunkte von Kirchengemeinden einige Funktionen an das Netz. Die Älteren kann man noch mit Flyern und Rundbriefen wie auch Kleinzeitungen wie die Pfarrblätter erreichen. Je jünger die Zielgruppe, desto mehr erwarten diese die Kontaktaufnahme über das Netz. Hier hat die E-Mail auch schon ausgedient. Daraus folgt logisch, dass diejenigen, die diese Zentren betreiben, den Wandel der Medien mitmachen müssen, denn alle Einrichtungen müssen sich auf die neuen Kommunikationsmuster einstellen. Sie brauchen MitarbeiterInnen, die die Sozialen Medien „managen“ können. Das werden sie, auch das ist logisch, von den jungen Praktikanten und Praktikantinnen, aus denen einmal Kollegen und Kolleginnen werden, erwarten. Es braucht daher schon während des Studiums eine Vorbereitung auf die neuen Kommunikationswege, die das Social Web bietet.

Vorreiter ist hier die Hochschule der Jesuiten in Frankfurt. Sie bietet eine Qualifizierung „Social Media Manager“ an. Das Programm ist nicht nur offen für Studierende anderer Hochschulen und Universitäten, sondern auch für Berufstätige, die sich nur als Gasthörer einschreiben müssen.

Facebook und der Datenschutz

Wer heute von Community-Plattformen spricht, scheint an Facebook nicht vorbei zu kommen. Die rechtswidrige Verwendung der Daten seiner Nutzer wird Facebook wohl nicht ändern. Denn der Börsengang zwingt zu Gewinnausschüttungen. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass Facebook diese nur schwer aus Bannerwerbung erlösen wird. Deshalb muss das Unternehmen mit dem Wissen über seine Nutzer Geld verdienen. Wenn den Nutzern das, z.B. durch einen Skandal, mit dem man sicher rechnen kann, bewusst wird, wird Facebook zu einer Art Telefonbuch im Internet werden, die wichitgen Inhalte werden die Nutzer dann anderen Plattformen anvertrauen. Der zu erwartende Bedeutungsverlust von Facebook wird das Social Web nicht infrage stellen, sondern zu seriöseren Geschäftspraktiken führen.

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Autor des Artikels

Dr. Eckhard Bieger SJ

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