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Erste anglikanische Bischöfin im südlichen Afrika- 25.07.2012

Erste anglikanische Bischöfin im südlichen Afrika
© michaeljung - Fotolia.com

Gleichberechtigung innerhalb der christlichen Kirchen ist weiterhin ein Thema, wenngleich in der römisch-katholischen Kirche weniger,  umso mehr in den meisten anderen Kirchen der Christenheit: Nachdem mit Agnes M. Siguroardottir in Island die erste lutheranische Bischöfin Schlagzeilen machte, macht sich nun das südliche Afrika bereit, seine erste Bischöfin zu begrüßen. Die 61-jährige Ellinah Ntombi Wamakoya wurde als von der südafrikanischen anglikanischen Kirchenprovinz, die Angola, Mozambique, Namibia, Südafrika, Lesotho und Swasiland umfasst, zur Kandidatin für das Bischofsamt in Swasiland gewählt.

Damit vollzieht die südafrikanische anglikanische Kirche im zwanzigsten Jahr ihres Bestehens einen Beschluss ihrer Synode von 1992 und zeigt, dass es auch in sogenannten traditionellen Ländern möglich und akzeptabel ist, Frauen für höhere kirchliche Ämter zu erwählen.

Wie die anglikanischen Medien nach der Wahl am 18. Juli verkündeten, war die Wahl Wamakoyas von einer „besonderen geisterfüllten Atmosphäre“ und dem Bewusstsein geprägt, Geschichte zu schreiben.

Wamukoya studierte Theologie an den Universitäten von Botswana, Lesotho und Swasiland und ist zurzeit Kaplan der Universität Swasiland sowie dem Gymnasium St. Michael in Manzini. Mit ihrer Wahl erhöht die Anglikanische Gemeinschaft die Zahl ihrer weiblichen Bischöfe auf 24, die in Australien, Kanada, Kuba, Neuseeland, Polynesien und nun auch in Afrika ihr Amt ausüben dürfen.

In das Jahr 2012 fällt auch das 20-jährige Jubiläum der ersten Frauenordination in Südafrika zur Priesterin. Zu diesem Anlass wird die US-amerikanische Bischöfin Barbara Clementine nach Südafrika reisen. Sie ist als Menschenrechtsaktivistin bekannt und war an der Seite von Martin Luther King Jr. während seines legendären Alabama Marches.

Menschenrechte, Menschenwürde und Gleichberechtigung von Mann und Frau auch in der Kirche und bei der Frage kirchlicher Ämter sind und bleiben damit wichtige Fragen der anglikanischen Kirche. Darüber kann auch nicht hinwegtäuschen, dass diejenigen, die zur Frauenordinationsfrage eine andere Meinung haben, mehr und mehr zur römisch-katholischen Kirche überwechseln, die als eine der letzten Bastionen für reine Männerordinationen auf allen Weihestufen gilt.

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Hippler, Stefan

Stefan Hippler

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Stefan Hippler

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