Ein erhöhtes Erregungsniveau beeinträchtigt den Schlaf- 28.11.2011
Foto: Gerd Altmann - pixelio.de
Burnout – Ausgebrannt-Sein ist Folge der postmodernen Lebensweise allgemein. Es ist an mehr oder weniger starken körperlichen Auswirkungen erkennbar und kann sogar gemessen werden, aber es ist keine Krankheit im üblichen Sinne wie Schnupfen oder Krebs. Es sind die Schlafprobleme unserer Zivilisation, die nicht nur durch Flexibilisierung, die Abwärtsspirale fehlenden Schlafes, sondern auch durch das Umfeld erzeugt werden.
Das zu hohe Erregungsniveau des postmodernen Lebensstils
Nicht nur die durch Internet- und Handykommunikation ermöglichte Ausdehnung der Arbeitszeit wirkt sich negativ auf den Schlaf aus. Wer gut und tief schlafen will, kann das nicht aus einer Phase hoher Aktivität heraus, sondern muss „den Motor herunterfahren“. In der Epoche der industriellen Produktion war das noch einfacher, weil hier mehr körperliche Anstrengung gefragt war. Im Zeitalter der Dienstleistungsberufe, der Arbeit am PC, der Kommunikation über den Bildschirm wird dem einzelnen eine ständig hohe Aufmerksamkeit abgefordert. Zudem müssen sehr viel mehr Informationen verarbeitet werden, je weniger Arbeitsvorgänge als Routine verlaufen. Kommt dann noch die Autofahrt von und zum Arbeitsplatz hinzu, wird auch vor Arbeitsbeginn und nach Verlassen des Büros erhöhte Aufmerksamkeit verlangt. Die Medienumwelt, oft mit stark rhythmischer Musik, hält das Erregungsniveau konstant auf einem hohen Level. Wer körperlich arbeitet und Sport treibt, oder sich zumindest nach dem Arbeitstag bewegt, kann mit einem besseren Schlaf rechnen. Insgesamt ist ein ständiges Gegensteuern gegen das erhöhte Erregungsniveau des postmodernen Lebensstils notwendig.
Sympathikus – Parasympathikus
Die Signale des zentralen Nervensystems werden überwiegend vom autonomen Nervensystem an die Organe weitergeleitet. Das autonome Nervensystem teilt sich in das sympathische Nervensystem mit Noradrenalin und Adrenalin und in seinen Gegenspieler, das parasympathische Nervensystem, mit dem Neurotransmitter(Signalstoff) Acetylcholin auf. Der Sympathikus ist das stimulierende System. Es steuert die Herz-Kreislaufaktivität, die Atmung und erhöht die Energiebereitstellung. In vieler Hinsicht sein Gegenspieler ist der Parasympathikus, der vorwiegend dämpfend, regulierend und entzündungshemmend wirkt. In unserer Kultur dominiert der Sympathikus. Überschießende Sympathikusaktivität behindert den Schlaf, steigert den Blutdruck und erhöht das Infarkt- und Schlaganfallrisiko. In welchem Ausmaß der Ausgleich zwischen Sympathikus und Parasympathikus gestört ist, lässt sich leicht an der Varianz des individuellen Herzrhythmus messen. Der Abstand von Herzschlag zu Herzschlag variiert. Je größer die Wechsel der Zeitabstände zwischen den Herzschlägen, desto ausgewogener ist der gesundheitliche Zustand. Wenn der Sympathikus überschießt, ist die Varianz geringer. Den Parasympathikus kann man durch Entspannung, Yoga, Biofeedback und körperliche Aktivität, die nicht leistungsbezogen sein darf, unterstützen.
Größere Infarkt- und Krebsgefährdung durch Burnout
Eine weitere Ursache für Arterienverkalkung sind die Entzündungen. Denn Entzündungen der Adern führen zu Arteriosklerose. Das schlechte Cholesterin lagert sich an den Stellen in den Adern ab, die entzündet sind. Das schlechte Cholesterin wird daher erst dann zum Problem, wenn der Körper mit den Entzündungen nicht fertig wird. Herzinfarkt und Schlaganfall sind dann die Folgen. Entzündungen sind auch eine Vorstufe von Krebs. Entzündungen machen, obwohl sie eine Reaktion der Zellen auf Schadstoffe und Bakterien sowie Viren darstellen, den Körper weniger widerstandsfähig. Dazu Weiteres in dem Beitrag über Entzündungen und Depression.
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