Mangelnde Antriebskraft, Mattigkeit, fehlende Entschlusskraft, Niedergeschlagenheit bis zu Depressionen sind die körperlich spürbaren Folgen eines Lebensstils, der die Biorhythmen so gestört hat, dass wichtige Vorgänge in der Nacht nicht mehr stattfinden. Entscheidend ist das Versiegen der Produktion des Stresshormons Cortisol, das die Nebennierenrinde in der zweiten Nachthälfte bereitstellt. Durch einen einfachen Speicheltest kann man feststellen, ob am Morgen genügend Cortisol bereitsteht.
Cortisol wird durch Impulse gebildet, die vom Hirnzentrum des Hypothalamus zur Hypophyse führen und von da in der Nebennierenrinde die Cortisolbildung anstoßen. Sind die Tag- und Nachtrhythmen gestört, gelangen diese Impulse nicht mehr zur Nebennierenrinde und das Organ wird nicht aktiv.
Cortisol gibt dem Körper die Impulse, den Tag aktiv anzugehen und sich ohne große Anstrengung zu konzentrieren, um eine bestimmte Arbeitsleistung zu erbringen. Dies macht deutlich, dass Burnout eine neue Art von Krankheit darstellt, verursacht vor allem durch eine fehlerhafte Hormonproduktion. Diese ist fast nie durch einen Schaden an der Nebennierenrinde verursacht, sondern durch fehlende Impulse aus dem zentralen Nervensystem. Das Ausbleiben dieser Impulse geht mit zunehmenden Schlafstörungen einher.
Keine Schäden an Organen oder Gefäßen
Burnout führt anders als Herzinfarkt oder Schlaganfall nicht zu dauerhaften Schäden, wenn es gelingt die Körperrhythmen wieder in den richtigen Takt zu bringen. Dafür ist es aber notwendig, dem eigenen Tag einen gesunden Rhythmus zu geben. Da die Störung des Tag-Nachtrhythmus mit der postmodernen Lebensweise gegeben ist, sind Burnoutpatienten von Rückfällen bedroht.
Cortisol – Aktivitätshormon und Entzündungshemmer
Bei gesundem Schlaf wird in der zweiten Nachthälfte Cortisol gebildet und in den Zellen der Nebennierenrinde gespeichert. Es steht dann morgens für die Tagesaktivitäten zur Verfügung. Der Körper benötigt etwa 50 mg am Tag. Das Cortisol ist unmittelbar spürbar: In der Bereitschaft, aktiv zu werden, in der Fähigkeit, sich zu konzentrieren, in Leistungsbereitschaft. Es erleichtert die Tagesaktivitäten deutlich. Man fühlt sich frischer, mehr von Energie getragen. Cortisol trägt insgesamt dazu bei, dass genügend Energie zur Verfügung steht und auf Belastungen reagiert werden kann.
Entzündungshemmer
Cortisol hat eine starke Wirkung auf das Immunsystem und wirkt vor allem als Entzündungshemmer. Sein Fehlen hat depressive Stimmungslagen zur Folge. Der Zusammenhang von Entzündungen und Depression überrascht;
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