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Die Weltgemeinschaft steuert in eine Wasserkrise- 14.03.2012

Die Weltgemeinschaft steuert in eine Wasserkrise
© reinobjektiv - Fotolia.com

Die Umweltorganisation WWF warnt zum Auftakt des Weltwasserforums vor einer weiteren Zuspitzung der globalen Wasserkrise. Diese hat nicht nur gesundheitliche Probleme zur Folge und bedroht die Ernteerträge, sondern führt auch zu gewaltsamen Konflikten. Aus Informationen des WWF Deutschland geht hervor, dass es seit der Jahrtausendwende weltweit zu über 50 gewalttätigen Konflikten aufgrund des Zugangs zu Wasserressourcen gekommen ist.  Die Tatsache, dass die Nachfrage nach sauberem Wasser stetig steigt, verschärft die Konflikte. Der WWF fordert einen globalen und verbindlichen Aktionsplan zur Bekämpfung der Wasserproblematik. Auf dem Weltwasserforum beraten alle drei Jahre Vertreter von Regierungen, internationalen Nichtregierungsorganisationen und aus der Wissenschaft über weltweite Probleme in der Wasser- und Sanitärversorgung.

Zwar sind drei Viertel der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt. Doch mehr als 97 Prozent des gesamten Wasservorkommens auf der Erde ist Salzwasser, nur 2,5% davon Süßwasser. Davon befinden sich wiederum zwei Drittel als Eis an den Polen und ist als Trinkwasser für die Menschen nicht zugänglich. Wie der Bereichsleiter „Süßwasser“ beim WWF Deutschland, Martin Geiger, zum Auftakt des Weltwasserforums in Marseille zusammenfassend berichtete, wird die Ressource Wasser immer knapper. Dies sei in erster Linie eine Folge von Verschwendung, des Missmanagements und ineffizienter Bewässerung. Folgen der Zuspitzung der weltweiten Wasserkrise sind der Anstieg öffentlicher Gesundheitskosten sowie eine Verschärfung wirtschaftlicher und ökologischer Probleme.  

Wasserverbrauch durch Lebensmittelimport
 
 Auch soziale und geopolitische Spannungen sind als Folge des Wasserkonflikts abzusehen. Die Bundesrepublik ist, obwohl keine Trockenzone, in das Problem verwickelt. Sie importiert über Nahrungsmittel und Industriegüter jedes Jahr 106 Milliarden Kubikmeter Wasser. Geiger beschreibt die Ursachen und die Folgen so: „Unsere Versorgung mit Agrargütern ist direkt von Wasserressourcen der Erzeugerstaaten abhängig, so sind derzeit die Supermärkte voll mit Gemüse und Obst aus der Mittelmeerregion und dem Nahen Osten. Wir können es uns daher allein aus ökonomischer Sicht nicht leisten, dass sich die Wasserproblematik weiter verschärft.“

Das weltweite Recht auf Wasser
 
WWF wie auch der Vatikan fordern die Umsetzung der UN-Beschluss des UN-Menschenrechtsrats. Dieser sieht im Zugang zu sauberem Trinkwasser ein Menschenrecht.  Besonders die Landwirtschaft als größter Wasserverbraucher müsse stärker in die Pflicht genommen werden. Vom Weltwasserforum in Marseille erwarte der WWF ein klares Signal an die UN-Staatengemeinschaft, dass das Menschenrecht auf Wasser endlich umgesetzt wird.
Das Weltwasserforum findet seit 1997 alle drei Jahre statt Es ist eines der größten, internationalen Konferenzen von Wissenschaftlern, Politikern und Experten. 2012 tagt das Forum vom 12. bis 17. März mit mehr als 20.000 Teilnehmer in Marseille, darunter auch zahlreiche Staats- und Regierungschefs.

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Autorin des Artikels

Vehring-Petri, Anna

Anna Vehring-Petri

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Anna Vehring-Petri

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